Alkohol – ein Hilfeschrei, Ratgeber und mehr… / Verlag: Schwarzbuch VerlagAlkohol – ein Hilfeschrei, Ratgeber und mehr…

Autor: Burkhard Thom

„Alk-Info“-Autor Burkhard Thom hat sein 2018 erschienenes Buch „Alkohol – Hilfeschrei“ überarbeitet und den wertvollen Ratgeber nun neu unter dem Titel „Alkohol – Ein Hilfeschrei, Ratgeber und mehr…“ herausgebracht. Ein Buch, das nicht nur für Alkoholiker, sondern auch für Mitbetroffene wie EhepartnerInnen, LebensgefährtInnen, Kinder, KollegInnen und FreundInnen enorm wichtig ist. Das Buch enthält folgende Themen:

- Unterstützung von Angehörigen Suchtkranker, im Umgang mit den Süchtigen, vor allem aber mit dem Umfeld.

- Vermeidung von Rückfällen, beginnend in der Phase nach einer Entgiftung, während der Langzeittherapie und verstärkt für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt.

- Wahl der richtigen Lebensmittel, die Achtsamkeit im täglichen Leben, bis hin zu stützenden Maßnahmen und Hinweisen auf ein Leben ohne Alkohol (ein Leben lang)

- Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins und Verbesserung des Selbstvertrauens

- Sucht und Sexualität –Ein Tabuthema

- Erkennen erster Anzeichen von Sucht oder Suchtgefahr

- Lebensmittelkonzerne zu Alkohol in ihren Produkten

Im untenstehenden Text schreibt der langjährige trockene Alkoholiker über die Neuauflage seines Buches und warum ihm die Arbeit mit Angehörigen von Alkoholikern, die er lieber Mitbetroffene nennt, so wichtig ist.

Nach der Veröffentlichung meines ersten Buches rechnete ich, so wie übrigens die meisten Neuautoren, mit einer Veränderung in meinem Leben. Ich sah das Buch in den Bestsellerlisten für Sachbücher, vermutete eine Resonanz bei Funk und Fernsehen und vor allem hoffte ich auf ein großes Echo, insbesondere bei alkoholkranken Menschen.
Keinen Gedanken verschwendete ich an eine finanzielle Veränderung in meinem Leben, denn ein Ratgeber kann nicht die Verkaufszahlen eines Buches aus dem Bereich der Belletristik erreichen.
Was ist passiert in den letzten Monaten? Ich habe viel gelernt!
Teile meiner ursprünglichen Annahmen wurden bitter enttäuscht, andere erfüllten sich. Recht behalten habe ich bei den finanziellen Erwartungen, denn trotz recht guter Verkaufszahlen geht der Erlös für die Gestaltung von Lesungen, Gesprächen, Vorträgen und Reisen drauf. Gefestigt hat sich meine Meinung, dass der typische Alkoholiker nicht oder wenig daran interessiert ist, sich mit seiner Krankheit zu beschäftigen. Und schon gar nicht die Erfahrung eines trockenen Alkoholikers lesen möchte.
Großes Interesse von Mitbetroffenen
Ganz anders die Reaktion von Mitbetroffenen (Co-Abhängigen). Auf jeder, und ich betone ausdrücklich: auf jeder, Veranstaltung, nach jeder Veröffentlichung und nach jedem Erstkontakt mit Betroffenen, waren die Reaktionen von Menschen, die im Umfeld von alkoholkranken Menschen leben, gigantisch. Eigentlich kein Wunder, denn der Alkoholiker ist inzwischen in der Gesellschaft „anerkannt“, er bekommt Hilfe (wenn er will) und nach einem Outing auch viel Verständnis und Unterstützung bei der Bewältigung seiner Sucht. Anders dagegen wird der „Mitbetroffene“ behandelt. Ich verwende im Folgenden überwiegend diesen Ausdruck, denn die Begriffe „Co-Abhängigkeit“ und „Co-Alkoholiker“ werden oft falsch verstanden. Auch die Suchthilfen verwenden immer öfter die Bezeichnung „Mitbetroffene“ und diese trifft auch viel eher den Kern des Problems.
Co-Abhängigkeit in den USA als Krankheit anerkannt
Wir haben in Deutschland rund zwei Millionen erfasste Alkoholiker, dagegen stehen aber rund acht bis zehn Millionen Menschen, die direkt oder indirekt als Mitbetroffene bezeichnet werden. Egal ob wir über Familienmitglieder, wie Kinder und Partner reden, Freunde, Kollegen oder Nachbarn, die Zahl von Menschen, die von der Alkoholsucht anderer betroffen sind, ist riesig.
Die Mitbetroffenen haben so gut wie keine Lobby. Sie sind allein gelassen, werden ignoriert und von ihrem eigenen Umfeld kaum oder gar nicht wahrgenommen. Dabei ist „Co-Abhängigkeit“ in den USA inzwischen als Krankheit anerkannt. In Deutschland ist dies leider noch nicht der Fall. Für den Begriff der Co-Abhängigkeit gibt es unterschiedliche Definitionen, inzwischen hat sich jedoch herauskristallisiert, dass es sich nicht um ein Mitkonsumieren handelt, sondern in erster Linie um die Verbindung zum Suchtkranken. Es existieren Suchthilfegruppen und Therapeuten, die sich auf diese Gruppe spezialisiert haben, aber es gibt derzeit insgesamt viel zu wenig Unterstützung für sie.
So ist es kein Wunder, dass sich mein Schwerpunkt verschoben hat. Seit Monaten suchen täglich Betroffene den Kontakt zu mir. Dies geschieht über die Kontaktadresse im ersten Buch, über die sozialen Netzwerke, während meiner Veranstaltungen, auf Weiterempfehlung und über Kontaktaufnahme „auf der Straße“. Ja, inzwischen werde ich von Betroffenen auf der Straße angesprochen. Warum erwähne ich dies hier?
Im ersten Buch machte ich folgende Aussage:
Ich kann keine Garantie übernehmen, dass der Inhalt des Buches aus der Sucht führt, aber wenn es gelingt, einigen Wenigen die Rückkehr in ein normales Leben zu ermöglichen, dann hat sich der Aufwand gelohnt.“
Reise aus dem Umfeld von Alkoholkranken
Verwertbare statistische Auswertungen über Erfolg und/oder Misserfolg meiner Bemühungen, bei inzwischen täglich zwei Stunden Direktkontakt zu Betroffenen, sind nicht vorhanden. Bei Informationen aus Familien, mit denen ich Kontakt hatte und die ich beraten durfte, verhält es sich ähnlich. Eine begrenzte Anzahl von Menschen hat inzwischen aber ihr Leben verändert, lebt in einem anderen Umfeld und hat sich ihrer neuen Situation angepasst.
Tatsächlich gibt es eine Reihe von Menschen, die ich auf ihrer Reise aus dem Umfeld von Alkoholkranken begleiten durfte, die mir Vertrauen geschenkt haben – für das ich mich an dieser Stelle bedanken möchte – und die ich auch heute noch betreue.
Weiterer Ratgeber aus der Sicht eines trockenen Alkoholikers
Fakt ist aber auch das zunehmende Interesse an Informationen zu den Themen „Co–Abhängigkeit/Mitbetroffenheit“ und „Vermeidung von Rückfällen“. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, einen weiteren Ratgeber zu verfassen.
25 Jahre ohne Rückfall trocken
Aus der Sicht des trockenen Alkoholikers, mit der Erfahrung von 25 Jahren Abstinenz, dem Wissen aus dieser langen trockenen Zeit, die ganz ohne Rückfall verlief, und der Unterstützung von vielen Betroffenen aus allen Bereichen, die ebenfalls hier zu Wort kommen sollen. Das alles erneut ohne den erhobenen Zeigefinger, ohne die Aussicht auf einen wirtschaftlichen Erfolg, aber mit dem Ziel, einigen wenigen Betroffenen zu helfen. Ich weiß, dass es schwer ist, einen Weg aus der Sucht zu finden und dauerhaft abstinent zu leben. Ich möchte versuchen, zusammen mit einigen Fachleuten Denkanstöße zu liefern und Unterstützung zu leisten.
Neben den bereits erwähnten Schwerpunkten will ich aber auch auf die sozialen Netzwerke eingehen. Es gibt im Internet zahlreiche Gruppen, Netzwerke und andere Strukturen, die sich mit dem Gesamtproblem „Sucht“ beschäftigen.

Verlag: Schwarzbuch Verlag

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